7. April 2026
INTERVIEW MIT HANS-JÖRG HEGERL
„Sachliche Analyse, klare Strategie und konsequente Umsetzung“
Ein Gespräch mit dem neuen Manager der Alecto Capital LLC über seine plötzliche Ernennung, seine Erfahrungen als Anwalt in Deutschland und den USA sowie die nächsten operativen Schritte im Rechtsstreit gegen ECP.
Herr Hegerl, Sie übernehmen das Management der Alecto Capital LLC in einer kritischen Phase. Wie kam es zu dieser schnellen Ernennung?
Der Anlass für meine Ernennung ist bedauerlich. Herr Theodor van Stephoudt hatte einen schweren Unfall und fällt aus. Wir wünschen ihm alle eine rasche Genesung. Die Gesellschaft musste jedoch sofort handeln, um die Handlungsfähigkeit im Rechtsstreit gegen ECP sicherzustellen. Ich wurde vom Advisory Committee gebeten, diese Aufgabe zu übernehmen. Da ich als Anwalt in Deutschland zugelassen bin, und den USA studiert habe und auch die Prüfung zur Anwaltschaft in New York bestanden hatte sowie auch die und über jahrzehntelange Erfahrung in komplexen Restrukturierungs- und Konfliktfällen verfüge, kann ich die Aufgabe ohne Verzögerung antreten.
Sie sind Jurist mit Erfahrungen in zwei Rechtssystemen und haben einen Hintergrund in der Unternehmenssanierung. Wie hilft Ihnen das konkret im Fall ECP?
Diese Kombination ist für Alecto Capital ein entscheidender Vorteil. Ich kenne die Denkweise und die prozessualen Instrumente auf beiden Seiten des Atlantiks. Meine Erfahrung in der Unternehmenssanierung bedeutet, dass ich sehr lösungsorientiert arbeite: Es geht nicht darum, rechtliche Theorien zu diskutieren, sondern ein wirtschaftlich optimales Ergebnis für die Aktionäre zu erzielen. Ich kenne die Taktiken großer Gegenspieler wie ECP. Wir werden sachlich, aber äußerst konsequent vorgehen.
Was sind Ihre allerersten operativen Schritte als neuer Manager?
Wir haben keine Zeit zu verlieren. Bereits in der laufenden Woche steht in New York eine wichtige Entscheidung zu den von ECP eingelegten Rechtsmitteln an. Ich werde direkt nach New York fliegen, um vor Ort mit unserem US-Anwaltsteam von Holland & Knight zusammenzuarbeiten. Wir werden die Situation analysieren, die nächsten Ableitungen treffen und die geplanten Maßnahmen direkt vor Ort abstimmen. Die enge, persönliche Koordination mit unseren Anwälten ist jetzt das Wichtigste.
Wie schätzen Sie die Situation für die Aktionäre aktuell ein?
Die Situation ist herausfordernd, aber wir haben eine klare Strategie. Der Fall liegt nun in New York, was uns wichtige prozessuale Vorteile verschafft. Ich werde keine pathetischen Versprechungen machen – das ist nicht mein Stil. Mein Ansatz ist rein sachlich: Wir analysieren die Fakten, nutzen unsere rechtlichen Instrumente und setzen ECP unter Druck. Das Ziel ist klar definiert: das bestmögliche Ergebnis für die Aktionäre herauszuholen. Daran arbeite ich ab heute mit vollem Einsatz.
Ihre abschließende Botschaft an die Aktionäre?
Der Ausfall von Herrn van Stephoudt kam plötzlich, aber die Gesellschaft ist voll handlungsfähig. Ich werde Sie regelmäßig und sachlich über die tatsächlichen Entwicklungen informieren. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus taktischen Gründen nicht jedes juristische Detail öffentlich machen können – ECP beobachtet uns genau. Aber Sie können sich darauf verlassen, dass wir den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen.